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Windräder auf einem Bergrücken bei Sonnenuntergang – Symbol für die Nutzung von Windenergie im Einklang mit der Natur.

Windenergie Schweiz: Alle Fakten zur Windkraft & zu Windrädern

Windenergie hat in der Schweiz grosses Potenzial und kann insbesondere die Winterstromlücke entschärfen. Erfahren Sie, wie Windkraft funktioniert, wie viele Windräder es in der Schweiz gibt, welche Vor- und Nachteile Windkraft-Energie hat, welche Bedeutung ihr in der Schweiz zukommt und wie Windenergie gefördert wird. 
Energiegewinnung aus Windkraft: Der Windpark Måkaknuten in Norwegen, gebaut mit ewz-Beteiligung aus der Stadt Zürich

Windenergie in der Schweiz

Wie andere erneuerbare Energien ist auch die Windenergie Teil der Energiestrategie 2050 und leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende ohne fossile Quellen und Atomstrom. Bis 2050 sollen 7 Prozent des Schweizer Energiebedarfs durch Windkraft gedeckt werden (Quelle NZZ und Energieperspektiven 2050).

Anteil der Windenergie in der Schweiz

Der Anteil der Windkraft an der gesamten Stromproduktion in der Schweiz ist noch sehr niedrig. Windkraftanlagen produzieren rund 0,2 Prozent des Stroms in der Schweiz – das sind knapp 170 Gigawattstunden (GWh).

Aktueller Stand der Windenergie rund um Zürich: ewz, EKZ und Stadtwerk Winterthur planen eine Kooperation zur Nutzung der Windenergie im Kanton Zürich. Die drei Partner wollen in den vom Kanton Zürich zu prüfenden Potentialgebieten gemeinsam Windenergieprojekte realisieren.

Wie hoch ist das Potenzial der Windenergie in der Schweiz?

Laut einer Studie des Bundesamts für Energie (BFE) liegt das gesamte nachhaltige Windenergiepotenzial der Schweiz bei rund 29,5 Terawattstunden (TWh) pro Jahr – fast achtmal höher als in der letzten Berechnung von 2012. Damit könnte Windkraft theoretisch fast die Hälfte des heutigen Schweizer Stromverbrauchs decken. Schon ein Teilausbau von 30 Prozent (rund 1’000 Windräder) würde die Winterstromlücke wesentlich entschärfen.

Winterstrom für die Schweiz durch Windkraft

Spätestens seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 wissen wir alle, was gemeint ist, wenn wir von der «Winterstromlücke» reden. Fakt ist: Die Schweiz importiert im Winter immer Strom, weil in dieser Jahreszeit zu wenig Strom aus Wasserkraft und Solarenergie produziert wird. Hier kommt die Windkraft ins Spiel als eine einheimische Energiequelle, die genau in dieser Jahreszeit liefert. Rund zwei Drittel des Windstroms werden im Winterhalbjahr «geerntet». Schon wenn wir ein Drittel des oben erwähnten Potenzials nutzen, würde das ausreichen, um die Winterstromlücke zu schliessen.

Eine weitere Möglichkeit, die bereits heute genutzt wird, sind Windparkprojekte im Ausland mit Schweizer Beteiligung oder in Schweizer Besitz. Das können Offshore- oder Onshore-Windparks sein. Dieser Strom wird zwar ins europäische Netz eingespeist, aber auch diese Anlagen helfen, die Winterstromlücke zu schliessen – einfach auf europäischer Ebene.

Unterstützung und Gegenwind auf politischer Ebene

2024 hat die Schweizer Bevölkerung mit dem Ja zum Stromgesetz den Ausbau erneuerbarer Energien einschliesslich der Windkraft an der Urne bestätigt. Daraufhin hat das Parlament im Herbst 2025 einen «Beschleunigungserlass» verabschiedet, der Bewilligungsverfahren für Wind- und Solarprojekte von nationalem Interesse kantonal bündelt und diese beschleunigen soll.

Aktuell sind die beiden Volksinitiativen «Waldschutz-Initiative» und «Gemeindeschutz-Initiative» hängig. Beide wollen den Ausbau der Windenergie stark einschränken. Der Bundesrat hat beide Initiativen ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung empfohlen. Auch die Umweltverbände lehnen beide Initiativen ab. Aktuell sind die Initiativen im Parlament hängig.    

Wie viele Windräder gibt es in der Schweiz?

Anzahl Windräder in der Schweiz: bestehend

Gemäss der Vereinigung zur Förderung von Windenergie, Suisse Eole, gibt es in der Schweiz 2026 50 grosse Windkraftanlagen in 14 Windparks. Sie kommen auf eine installierte Gesamtleistung von 109,05 Megawatt (MW). Diese Windräder produzierten laut Suisse Eole 2025 insgesamt 161’000 Megawattstunden (MWh) Strom. Zudem befinden sich derzeit 6 Anlagen mit einer geplanten Leistung von 18 MW in Bau und weitere 9 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 24,6 MW wurden bewilligt.

Windkraftanlagen geplant

19 weitere Projekte mit insgesamt 131 Windrädern befinden sich im Bewilligungsverfahren. Sie kommen auf eine Leistung von total 452 MW und könnten jährlich 789’000 MWh Strom produzieren. Diese Anlagen sind grösstenteils in den Kantonen Waadt und Neuenburg geplant.

Darüber hinaus befinden sich 49 Projekte mit insgesamt 250 Windrädern in Planung. Zusammengerechnet kommen sie auf eine Leistung von knapp 1060 MW. Siehe auch Suisse Eole.

Die Energiestrategie 2050 rechnet für das Jahr 2035 mit einer Wind-Stromproduktion von 1,2 Terrawattstunden. Die oben genannten Windräder und Projekte könnte dieses Ziel sogar übertreffen – vorausgesetzt natürlich, sie können in diesem Umfang realisiert werden. Mehr Infos zu den Windkraftanlagen im aktuellen Faktenblatt von Suisse Eole.

Windräder in der Schweiz: Die Karte

Die Standorte von Windparks und Windkraftanlagen in der Schweiz finden Sie auf der interaktiven Karte Windkraftanlagen des Bundes.

Der grösste Windpark mit 16 Windturbinen steht im Berner Jura bei St. Imier und hat eine Gesamtleistung von 37,2 Megawatt.

Weitere Windanlagen befinden sich beispielsweise auf dem Gütsch ob Andermatt, bei Entlebuch oder auf dem Gotthard. Die interaktive Karte der Schweizerischen Vereinigung zur Förderung der Windenergie, Suisse Eole, zeigt den Stand geplanter und im Bau befindlicher Windparks.

Förderung der Windenergie
in der Schweiz

Um den Zubau der Windkraft, wie auch anderer erneuerbarer Energien, zu unterstützen, sind Windenergieanlagen ab einer bestimmten Grösse seit 2018 von «nationalem Interesse». Das bedeutet, dass die Behörden die Interessen von Schutz und Nutzung auf nationaler Ebene bei der Bewilligung grosser Anlagen abwägen müssen.

Beiträge für Windkraftanlagen

Weiter profitieren die erneuerbaren Energien und damit auch die Windkraft von Investitionsbeiträgen bzw. von der Einspeisevergütung (bei bestehenden/älteren Anlagen). Windenergie wird während der 15 Jahre, in denen eine Anlage in Betrieb ist, vergütet. Die Höhe der Beiträge pro kWh hängt unter anderem von der Grösse und der Höhenlage der Anlage bzw. des Windparks ab. Mehr Infos dazu finden sich in der Verordnung über die Förderung der Produktion von Elektrizität aus erneuerbaren Energien. Seit Januar 2023 können Energieunternehmen Investitionsbeiträge für Windenergieanlagen beantragen. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Windturbine eine installierte Leistung von mindestens 2 MW hat. Mehr Infos auf der Seite Investitionsbeiträge Windenergie des BFE.

Schweizer Projekte im Ausland

Windenergie hat im europäischen Norden sehr grosses Potenzial und wird massiv gefördert. Seien es Projekte auf dem Meer, an den Küsten oder im Gebirge. Schweizer Energieunternehmen investieren beispielsweise in Dänemark, Norwegen, Deutschland oder auch Frankreich in die Windenergie. 

ewz hat bereits in Windenergie investiert und besitzt seit 2008 Windenergieanlagen. Die Energieversorgerin ist an mehreren Windparks in Europa beteiligt. Darüber hinaus setzt sich ewz auch für Schweizer Windprojekte ein.

Stand 2023 sind 128 Windturbinen in 22 Windparks für Kund*innen von ewz im Einsatz und liefern rund ein Drittel des verbrauchten Stroms in Zürich.

Was ist Windenergie?

Die Definition – einfach erklärt 
Windenergie ist die Bewegungsenergie (kinetische Energie) von Luftströmen, welche mithilfe einer Windkraftanlage in elektrische Energie umgewandelt wird.

Wind entsteht durch Erdrotation und Hoch- und Tiefdruckgebiete. Die Sonne erwärmt das Land je nach Saison und Tageszeit unterschiedlich stark. Da warme Luft steigt und sich ausdehnt, nimmt der Luftdruck ab, es entsteht ein Tiefdruckgebiet. In der Höhe kühlt sich die Luft aber ab und zieht gegen das Meer hinaus. Sie fällt wieder und der Luftdruck nimmt zu; es entsteht ein Hochdruckgebiet. Weil der Druck aus physikalischen Gründen ausgeglichen werden muss, strömt die Luft vom Hochdruck- ins Tiefdruckgebiet: Der Wind weht. Je grösser der Unterschied zwischen Hochdruck und Tiefdruck, umso stärker bläst der Wind.

Welche Arten von Windenergie gibt es?

Man unterscheidet Windenergie zunächst nach Standort – Onshore an Land und Offshore im Wasser. Zusätzlich unterscheiden sich Windkraftanlagen nach Bauart: Horizontalachser sind der Standardtyp mit drei Rotorblättern und horizontaler Drehachse – sie sind effizienter und dominieren den Markt. Vertikalachser haben eine senkrechte Drehachse, sind leiser und funktionieren unabhängig von der Windrichtung.

Wind ist kostenlos

Besonders zuverlässig weht er in Küstengebieten – zum Beispiel in der Bretagne, an der Nordsee oder am Atlantik. Wind ist gratis und war neben Wasser und Feuer eine der frühesten Naturkräfte, die die Menschen für sich zu nutzen wussten.

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Wie funktioniert eine Windkraftanlage?

Die Energiegewinnung aus Windkraft

Die Windkraft versetzt Rotorblätter von Windkraftanlagen in eine Drehbewegung und ermöglicht so die Stromerzeugung durch Windräder. Die Blätter sind wie Flugzeugflügel gewölbt. Dadurch muss die Luft auf der Oberseite einen weiteren Weg zurücklegen. Das erzeugt auf der oberen Seite einen Unterdruck, der die Flügel und damit die Nabe (Rotor) in der Mitte des Windrads zum Drehen bringt.

Im Innern des Maschinenraums der Windanlage, auch Gondel genannt, erfolgt nun die Energiegewinnung aus der Windkraft. Der Rotor in der Gondel ist mit einem Generator verbunden, der die mechanische in elektrische Energie umwandelt. Die Stromleitung führt dann durch den Turm der Anlage zu einer Trafostation und von dort direkt ins Verteilnetz.

Wann produziert ein Windrad am meisten Strom?

In der Schweiz produzieren Windkraftanlagen am meisten Strom im Winter. Sie liefern zwei Drittel der Energie im Winterhalbjahr. Denn die Windverhältnisse sind zu dieser Jahreszeit optimal, und je stärker der Wind bläst, desto mehr Strom erzeugt ein Windrad. Allerdings gibt es auch Obergrenzen. Bei Stürmen etwa werden Windkraftanlagen aus Sicherheitsgründen abgeschaltet.

Dank der Stromausbeute im Winter ist die Windkraft eine ideale Ergänzung zur Solarenergie, die den Hauptteil des Stroms im Sommer liefert.

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Sechs Windräder im Wasser auf offener See.
Das Windrad zur Stromerzeugung: mittels Offshore- oder Onshore-Windkraftanlagen
Drei Windräder stehen auf Feldern, im Hintergrund sind Hügel und Häuser zu sehen.
Für einen grösseren Anteil an Windenergie in der Schweiz wichtig: Beteiligungen im Ausland

On- und Offshore-Windenergieanlagen

Windparks und einzelne Anlagen werden immer an Standorten mit hohem und möglichst konstantem Windaufkommen errichtet. Je nach Standort spricht man von Onshore-Windkraftanlagen (auf dem Land) oder von Offshore-Anlagen (in Gewässern). 

Offshore-Windkraftanlagen auf dem Meer haben dank der höheren Windgeschwindigkeiten und dem stetigeren Wind eine bessere Energieausbeute als die meisten Onshore-Anlagen an Land. Doch, da sie im Wasser stehen, sind Installation und Instandhaltung schwieriger und teurer. Auch nutzt sich das Material im bewegten Salzwasser schneller ab als bei einer Anlage an Land. Und der Strom muss verhältnismässig weiter transportiert werden. 

Onshore-Windenergieanlagen lohnen sich insbesondere in Küstennähe, in Windtälern oder im Gebirge. Auch hier weht der Wind stärker und stetiger. Windparks an Land sind wesentlich einfacher zu installieren und zu warten.

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Vor- und Nachteile der Windkraft

Wie jede Energiequelle hat auch die Windenergie ihre Vor- und Nachteile. Kommt hinzu, dass je nach Perspektive ein Fakt als Vor- oder Nachteil gewertet wird. Die folgende Liste gibt einen Überblick.

Die Vorteile 

  1. Ein grosser Vorteil von Windenergie ist die Unabhängigkeit von seltenen Rohstoffen und fossilen Brennstoffen. Sobald die Windenergieanlage steht, benötigt sie nur noch Schmierstoffe und evtl. Ersatzteile.

  2. Windkraft ist unbegrenzt verfügbar und zählt zu den regenerativen Energien.

  3. Windenergie ist klima- und umweltfreundlich: Nach etwa 6 Monaten hat eine Windkraftanlage die Energie produziert, die für den gesamten Lebenszyklus mit Bau, Instandhaltung und Recycling gebraucht wird. Danach liefert die Anlage bis zu 25 Jahre saubere Energie (Quelle). Auf die Kilowattstunde herunter gerechnet verursacht Windkraft je nach Standort 8 bis 27 g CO2-eq pro kWh, so die Ergebnisse der PSI-Studie. Einzig Wasserkraft hat eine noch bessere Treibhausgas-Bilanz. Das Gleiche gilt für die Ökobilanz. Windenergie folgt direkt nach der Wasserkraft auf Platz zwei.

  4. Windräder brauchen vergleichsweise sehr wenig Platz. Ein Windrad mit 180 Metern Höhe inklusive Rotorblätter kann Strom für 2’000 Haushalte produzieren. Natürlich muss man bei der Windenergieanlage auch noch das Fundament und den Kranstellplatz einrechnen.

    Ein Windrad dieser Grössenordnung braucht für das Fundament, die Kranstellfläche sowie Montage- und Zufahrtsfläche rund 5’000 m2. Der grösste Teil davon kann nach der Inbetriebnahme auf 2’400 m2 zurückgebaut werden (Quelle). Das umliegende Land kann nach wie vor für Landwirtschaft oder Forstwirtschaft genutzt werden.

  5. In der Schweiz liefern Windenergieanlagen zwei Drittel des jährlich durch Windenergie produzierten Stroms im Winter, wenn wenig Solar- und Wasserkraft zur Verfügung stehen. Windenergie ist also eine ideale Ergänzung zu den anderen erneuerbaren Energien. Beim Betrieb in kalten Lagen kann das Vereisen des Rotors durch eine Blattheizung verhindert werden. Für eine ganzjährige Wartung muss auch die Zugänglichkeit im Winter sichergestellt sein.

Kritisierte Nachteile

  1. Ähnlich wie bei der Solarenergie ist die Windstromproduktion vom Wetter abhängig. Bläst kein oder zu viel Wind, kann die Anlage auch keinen Strom erzeugen. Aber Wind- und Sonnenenergie ergänzen sich sehr gut, und gerade deshalb schauen Bund und Kantone ganz genau, wo das Windenergie-Potenzial in der Schweiz am grössten ist. Vom Bund wurden die Windgeschwindigkeiten für die gesamte Schweiz modelliert. Die Resultate sind im Windatlas der Schweiz aufgeführt.

  2. Wind als solches ist nicht speicherbar – die optimale Nutzung ist deshalb eine Frage des Anlagenmanagements: Die erneuerbaren Energien können sich ideal ergänzen. Überschüssiger Strom kann gespeichert werden durch Pumpspeicherkraftwerke und andere Speichermöglichkeiten wie etwa grünen Wasserstoff. Diese Technologie ist allerdings erst im Aufbau und hat noch einen niedrigen Wirkungsgrad. 

  3. Windräder verursachen Geräusche. Ob diese jedoch als Lärm empfunden werden, hängt unter anderem von der Distanz und vom persönlichen Empfinden ab. Eine Windenergieanlage im Abstand von 200 Metern und unter Volllast ist etwa 50 Dezibel (dB) laut (Quelle). Das ist weniger als eine normale Unterhaltung, die bei etwa 60 dB liegt. Pro 10 dB empfinden wir ein Geräusch als ungefähr doppelt so laut. (Quelle) In der Schweiz müssen Windkraftanlagen die Vorgaben der Lärmschutzverordnung einhalten.

  4. Durch Windräder sterben Vögel und Fledermäuse. Laut einer Studie aus dem Jura sind es 21 Vögel pro Windrad und Jahr (Quelle), insgesamt also rund 870 Vögel. Diese Zahl beruht auf Hochrechnungen und ist nur auf topografisch ähnliche Räume übertragbar. Als Grössenordnung: In der Schweiz sterben jährlich rund 36 Millionen Vögel, die durch Hauskatzen, Glasfassaden und den Verkehr getötet werden (Quelle).

    Zudem sind gemäss Birdlife International etwa 75 Prozent der europäischen Vogelarten durch den Klimawandel bedroht. Allerdings können Windkraftanlagen oder -parks auch die Brutgebiete oder Vogel- und Fledermausrouten beeinträchtigen. Daher ist für Anlagen mit einer Leistung ab 5 Megawatt eine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig. Die Vogelwarte Sempach bietet weitere Informationen zum Thema. 

    Zudem gibt es konkrete Massnahmen, um Fledermäuse zu schützen. Windanlagen können mit Vogel- und Fledermauserkennungssystemen ausgestattet werden. Bei Kollisionsgefahr werden die Anlagen abgeschaltet – dabei werden natürlich Produktionsverluste zugunsten des Tierschutzes in Kauf genommen.

  5. Windenergie ist vergleichsweise teuer, lautet ein häufiges Argument gegen Windkraftanlagen. Eine Studie des Paul Scherrer Instituts (PSI) im Auftrag des Bundesamts für Energie zeigt jedoch, dass die Gestehungskosten pro Kilowattstunde (kWh) im Mittelfeld liegen und kontinuierlich sinken. Heute kostet Bau, Unterhalt und Rückbau je nach Standort 13–21 Rappen pro kWh. Bis 2050 sinken die Kosten auf 9–15 Rappen. Einzig grosse Photovoltaik-Anlagen haben günstigere Gestehungskosten.

Windkraftanlagen-Hersteller in der Schweiz

Welche Technologien nutzen Schweizer Firmen für Windkraftanlagen?

Die meisten grossen Windräder in der Schweiz sind klassische Horizontalachser internationaler Hersteller. Bei der Eigenentwicklung sticht das Zürcher Unternehmen Agile Wind Power heraus: Es hat mit «Vertical Sky» eine vertikale Windturbine im Megawatt-Bereich entwickelt, deren Kernstück eine kontinuierliche Rotorblatt-Pitchsteuerung ist – die Rotorblätter richten sich während der Drehung laufend optimal zum Wind aus. Das macht die Anlage leiser und unabhängi von der Windrichtung. Getestet wurde die Technologie unter anderem in Brütten (ZH) sowie in einem SBB-Pilotprojekt in der Linthebene.

Vertikalachser Windrad von Agile Wind Power. Testanlage in Brütten.
In Brütten hat Agile Wind Power eine Testanlage mit Vertikalachse installiert.

Hersteller kleiner Windkraftanlagen

Es gibt einige Schweizer Hersteller von Windkraftanlagen respektive Hersteller, die in der Schweiz Windkraftanlagen bauen. Kleinere Windkraftanlagen bis zu einer Leistung von 100 Kilowatt stellen etwa die Firma Solarandwind Ltd aus Nussbaumen (TG) her sowie energy4me aus Herzogenbuchsee, Solutions 4 energy GmbH aus Rostock oder die NewGreen Tec Int. AG aus Kloten.

Hersteller grosser Windkraftanlagen

Zu den Schweizer Herstellern, die grössere Windräder mit einer Leistung über 100 Kilowatt herstellen, zählen etwa die Agile Wind Power AG aus Dübendorf, die GGS GmbH aus Andermatt oder die WepfAir AG aus Andelfingen.

Wer baut Windkraftanlagen in der Schweiz?

Die Liste der Unternehmen, die Windkraftanlagen in der Schweiz bauen, ist länger. Zu nennen sind unter anderem die WindPower AG aus Entlebuch, Basler & Hofmann AG aus Zürich, die Considerate AG in Spiegel bei Bern, die Maegli AG Windenergie in Münchenbuchse oder die Emch+Berger Revelio AG in Bern. Weiter Hersteller von Windrädern und Komponenten finden sich im Branchenverzeichnis von Wind Data.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Windräder braucht die Schweiz

Eine aktuelle Potenzialstudie des Bundes kommt zum Ergebnis, dass 3’000 Windkraftanlagen die Stromlücke im Winter sowie den Wegfall der Atomkraft kompensieren könnten. Bereits 1’000 Windräder würden die Winterstromlücke entschärfen. Zur Mitteilung des Bundes oder auch zum Bericht aus Sicht Suisse Eole.

In Anbetracht der Dauer von Bewilligungsverfahren und der Tatsache, dass Strom ein wertvolles Gut ist, ist zu bemerken, dass eine Senkung des Stromverbrauchs und damit Energiesparen nützliche Massnahmen sind, die jede*r von uns im täglichen Leben unterstützen kann.

Wie viel Strom kann ein Windrad erzeugen?

Wie viel Strom ein Windrad erzeugt, hängt von der Grösse, dem Standort und den tatsächlichen Windverhältnissen ab. Laut der österreichischen IG Windkraft erzeugt ein grosses, modernes Windrad mit rund 5 Megawatt Leistung knapp 13 GWh Strom pro Jahr. Das entspricht dem Verbrauch von 3’700 Haushalten. Heutige Anlagen in der Schweiz haben jedoch eine geringere Leistung von rund 2 bis 3 MW. 

Wie viele Windräder braucht es, um ein Atomkraftwerk zu ersetzen?

Wenn man bedenkt, dass das leistungsstärkste AKW Leibstadt 1’285 MW Nennleistung bringt und rund 2 Millionen Haushalte mit Strom versorgt, bräuchte es rund 750 Windräder mit einer durchschnittlichen Nennleistung von 5 MW, um das AKW zu ersetzen. Die installierte Leistung der Windräder wäre zwar mit 3’750 MW bedeutend höher als die Leistung des AKWs, aber sie hätten dafür eine niedrigere Anzahl an Volllaststunden.

Denn ein AKW produziert abgesehen von Abschaltungen bei Wartungsarbeiten permanent Strom und kommt auf rund 8’000 Volllaststunden. Ein Windrad kommt in der Schweiz auf rund 2’000 Volllaststunden. Je nach Standort müsste man also zusätzliche Windräder bauen. Je grösser die Windräder und ihre Nennleistung, desto weniger Windräder benötigt ein AKW-Ersatz. Bei niedrigerem Windaufkommen oder kleineren Windrädern ist die benötigte Anzahl entsprechend höher.

WICHTIG: Dies ist ein theoretisches Gedankenspiel – in der Realität bzw. im Rahmen der Energiewende wird nicht eine Technologie 1:1 durch eine andere ersetzt, sondern durch den Mix der sich gut ergänzenden erneuerbaren Energien.

Ist es möglich, Windenergie in einem Einfamilienhaus zu nutzen?

Ja, in der Schweiz sind kleine Windkraftanlagen (Kleinwindanlagen bis 100 kW) unter bestimmten Bedingungen möglich. Die Wirtschaftlichkeit ist jedoch oft gering, da die Windverhältnisse im Siedlungsgebiet meist schwach sind.

Anlagen mit einem Rotordurchmesser unter 2 m und einer Gesamthöhe unter 2,5 m gelten in vielen Kantonen als baubewilligungsfrei, sofern sie als Nebenanlage zu einem Gebäude innerhalb der Bauzone errichtet werden. Für den Betrieb ist dennoch eine Meldung beim ESTI (Eidgenössisches Starkstrominspektorat) erforderlich, insbesondere bei Netzanschluss.

Wie hoch ist die Energiedichte der Windenergie?

Die Energiedichte des Windes ist gering: Bei einer typischen Windgeschwindigkeit von 8 m/s beträgt die kinetische Energiedichte der Luftströmung knapp 40 Joul/m³. Die daraus ableitbare Windleistungsdichte (Energie pro Zeit und Rotorfläche) liegt bei rund 320 W/m². In der Praxis wird für Windenergie oft eine flächenbezogene Leistungsdichte von ca. 0,5–2 Watt/m² angegeben. Die geringe Energiedichte erklärt denn auch die Notwendigkeit grosser Rotorflächen und weitläufiger Standorte mit viel Wind.

Was kostet ein Windrad im Windpark?

In der Schweiz kostet ein grosses Windrad je nach Standort und den notwendigen Bauarbeiten mehrere Millionen Franken. Gemäss Referenzwerten des Bundesamts für Energie liegen die Investitionskosten bei etwa 2’000 bis 2’500 Franken pro Kilowatt Leistung. Der Bau eines Windrad mit 3 bis 5 MW Leistung kostet damit ungefähr 6 bis 12,5 Millionen Franken. Rechnet man zusätzlich die laufenden Kosten über die gesamte Lebensdauer der Anlage ein, kann die Gesamtsumme je nach Standort auf rund 3’000 bis 3’500 Franken pro Kilowatt bzw. bei einem 5-MW-Windrad auf etwa 15 bis 17,5 Millionen Franken steigen.

Was ist ein Ertragsgutachten für Windenergie?

Ein Ertragsgutachten ist eine von unabhängigen Sachverständigen erstellte Prognose des langfristigen Stromertrags eines geplanten Windparks oder einer Windkraftanlage. Es basiert auf Windmessungen, Langzeit-Wetterdaten, Windsimulationen und berücksichtigt Parkeffekte, Unsicherheiten sowie Verluste durch Vereisung oder Abschaltungen. In der Schweiz ist ein solches Gutachten für die Beantragung von Investitionsbeiträgen zwingend.

Wo steht das grösste Windrad der Welt

Das derzeit leistungsstärkste Windrad der Welt steht vor der Küste der chinesischen Provinz Fujian im Südosten Chinas. Die 20-Megawatt-Anlage wurde im Februar 2026 ans Stromnetz angeschlossen und steht mehr als 30 Kilometer vor der Küste im Offshore-Windpark Liuao.

Die Dimensionen beeindrucken: Das Windrad hat einen Rotordurchmesser von 300 Metern, die drei Rotorblätter sind jeweils 147 Meter lang und die Nabe befindet sich 174 Meter über dem Meer. Die Fläche, die der Rotor überstreicht, entspricht ungefähr zehn Fussballfeldern.

Mit einer Leistung von 20 MW kann die einzelne Anlage unter guten Bedingungen jährlich mehr als 80 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen – genug für den Jahresverbrauch von rund 44’000 Haushalten.

Wer erfand die Windenergie?

Die Nutzung der Windenergie lässt sich nicht auf die Erfindung einer einzelne Person zurückführen. Zu den frühesten bekannten Windmühlen zählen die persischen Windmühlen (Asbads) im heutigen iranisch-afghanischen Grenzraum. Sie entstanden vermutlich im 9. oder 10. Jahrhundert und dienten zur Nutzung mechanischer Energie. Die Menschen nutzten sie zum Mahlen ihres Getreides und zum transportieren von Wasser.

Die erste dokumentierte Erzeugung von Elektrizität mit Windkraft gelang dem schottischen Ingenieur James Blyth 1887 in Marykirk. 1888 errichtete der US-Amerikaner Charles F. Brush in Cleveland eine große Windkraftanlage zur Stromerzeugung und zur Versorgung seines Hauses. Der dänische Ingenieur Poul la Cour entwickelte die Windkrafttechnik ab den 1890er-Jahren weiter.

Können Solar- und Windenergie gleichzeitig genutzt werden?

Ja, Solar- und Windenergie lassen sich ideal kombinieren. Die Erzeugungsprofile ergänzen sich: Wind weht oft nachts und im Winter stärker, Solar liefert tagsüber und im Sommer mehr Strom. Hybridanlagen nutzen denselben Netzanschluss, senken Infrastrukturkosten um 15–25% und können die Volllaststunden um 35–55% erhöhen. In der Schweiz wird diese Kombination explizit als Strategie zur Schliessung der Winterstromlücke diskutiert.

Welches Land hat am meisten Windenergie?

Das Land mit der höchsten installierten Leistung ist China mit 692 GW (Stand 2025) – mehr als die Hälfte der globalen Kapazität. Danach folgen die USA mit 160 GW Leistung und Deutschland mit 78 GW.

Welches Land erzeugt die meiste Windenergie?

Auch bei der tatsächlichen Stromproduktion liegt China weltweit an erster Stelle: 2024 erzeugte das Land rund 131–136 TWh Windstrom, was etwa 40% der globalen Windstromerzeugung entspricht. Dänemark hat zwar den höchsten Anteil der Windenergie am nationalen Strommix (58% im Jahr 2024), aber in absoluten Zahlen produziert China mit Abstand am meisten Windstrom.

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