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Was tun bei Stromausfall oder Netzabschaltung

Ein Stromausfall ist kein Grund zur Sorge. Dennoch gibt es einige wichtige Punkte, die Sie bei einem Stromunterbruch beachten sollten. So vermeiden Sie Schäden an Geräten und sind richtig vorbereitet.
Illustration von einem abstrakten Gesicht, das als Augen Glühbirnen hat, in denen Kerzen brennen.

Das Licht ist weg, der Herd geht aus, der Fernseher schaltet ab. Ein Stromausfall kommt ab und zu vor und ist in der Regel zwar mühsam, aber innert weniger Minuten oder Stunden vorbei. Bei einem starken Unwetter oder extremen Schneefällen kann es aber auch mal länger dauern, bis die Stromversorgung wiederhergestellt ist.

Hier lesen Sie mehr zum Thema Blackout und Strommangel und darüber, was die Unterschiede und Risiken sind. 

Die folgenden Tipps helfen Ihnen sowohl bei einer zyklischen Netzabschaltung als auch bei einem lokalen Stromunterbruch oder einem Blackout. 

Die richtige Vorbereitung für einen Stromausfall

Kochen 

Sorgen Sie für eine stromlose Kochgelegenheit, damit Sie sich eine warme Mahlzeit zubereiten können. 

  • Campingkocher mit Gaskartuschen
  • Fonduerechaud mit Gas oder Brennsprit
  • Outdoorgrill mit Gas, Holzkohle oder Holz (Diesen sollten Sie nur im Freien oder auf der Terrasse verwenden.)

Ein grossflächiger Stromausfall, auch Blackout genannt, der mehrere Tage dauern kann, ist zwar sehr selten und geschieht laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) in der Schweiz etwa alle 30 Jahre. Doch für solche Fälle ist es gut, einen Notvorrat an Lebensmitteln zu haben. Am Ende des Artikels finden Sie alle Infos dazu. 

Licht

Damit Sie die Beleuchtung sicherstellen können, sollten Sie ausreichend Kerzen sowie Feuerzeuge oder Streichhölzer haben. Ebenso sollte mindestens eine Taschenlampe mit genügend Ersatzbatterien im Haushalt sein. Testen Sie die Taschenlampe gelegentlich auf ihre Funktionstüchtigkeit.

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Illustration eines alten Radios.

Nachrichten

Ist die Stromversorgung unterbrochen, funktionieren weder Fernseher noch Kabelradio, und es kann sein, dass das Internet ausfällt. Mit einem Autoradio oder einem batteriebetriebenen Radio mit genug Reservebatterien können Sie Nachrichten empfangen. Bei einem grossflächigen Stromausfall erhalten Sie über SRF1 sowie lokale Sender Informationen zur Stromversorgung und zur aktuellen Lage.

Heizen

Ist der Strom weg, funktioniert auch die Heizung nicht mehr. Bei einem längeren Stromausfall kühlt die Wohnung im Winter langsam aus. Wer einen Kamin hat, sollte für genügend Holzvorrat sorgen. Ansonsten helfen Decken, Schlafsäcke und warme Kleidung weiter. Wegen der Brandgefahr und Rauchbildung sollten Sie Räume keinesfalls mit einem Gasgrill oder Ähnlichem heizen.

Alertswiss hat einen Notfallplan inklusive Checkliste für grössere Stromausfälle bereitgestellt, den man herunterladen und ausfüllen kann.

Wasser 

Falls die Wasserversorgung noch funktioniert, sollten Sie eine Trinkwasserreserve anlegen. Dafür eignet sich ein Kanister, mehrere grosse PET-Flaschen oder schlicht ein sauberer Eimer.

Was tun während des Stromunterbruchs?

Geräte vom Strom trennen

Bewahren Sie Ruhe und schalten Sie elektrische Geräte aus. Insbesondere sollten Sie Kochherd, Backofen oder Bügeleisen sowie Multimedia-Geräte ausschalten und wenn möglich ausstecken. Denn bei der Wiederherstellung der Stromzufuhr schalten sich die Geräte sonst automatisch wieder ein.

Zudem kann es zu Spannungsschwankungen kommen, was der Elektronik nicht gut bekommt. Ausserdem reduzieren Sie mit dem Ausschalten die Spitzenlast, wenn die Stromzufuhr wieder anläuft.

Tipp: Lassen sie eine Lampe eingeschaltet. Diese «meldet», dass der Strom wieder da ist. 

Illustration eines Stromkastens, der von einer Taschenlampe angestrahlt wird.

Ursache prüfen und sich informieren

Kontrollieren Sie den Sicherungskasten, um herauszufinden, ob der Stromunterbruch nur Teile Ihrer Wohnung betrifft. Ist eine Sicherung ausgefallen und lässt sie sich nicht mehr einschalten, sollten Sie sämtliche Geräte des betroffenen Bereiches ausschalten und Geräte der Reihe nach wieder einschalten.

Falls sich die Ursache nicht finden lässt, muss ein*e Elektroinstallateur*in aufgeboten werden. 

Ist das ganze Haus oder sind sogar mehrere Gebäude vom Strom getrennt, muss der örtliche Elektrizitätsversorger benachrichtig werden. Am besten speichern Sie die Nummer auf Ihrem Smartphone.

Informieren Sie sich auf der Website Ihres Energieanbieters über mögliche Störungsfälle (für ewz-Kund*innen hier zu finden). Hören Sie Radio SRF 1 oder Ihren Lokalsender. Stromversorger nutzen beispielsweise auch X (ehemals Twitter), um bei grösseren Stromausfällen zu informieren, z.B. @ewz_energie in der Stadt Zürich. Bei ewz können Sie sich zudem für eine Störungsmeldung per SMS anmelden.

Helfen

Schauen Sie, ob andere Personen im Gebäude Hilfe brauchen. Beispielsweise, ob sie aufgrund des fehlenden Stroms in Aufzügen feststecken. Falls nötig rufen Sie Hilfe. 

Kühlgeräte geschlossen halten

Halten Sie Kühlschrank und Gefrierschrank geschlossen. Geräte mit hoher Energieeffizienz sind sehr gut isoliert, und die Lebensmittel bleiben bei einem Unterbruch mehrere Stunden gut gekühlt, solange die Türen nicht geöffnet werden.

Übrigens: hier gibt es Tipps und Tricks bei einem geplanten Stromunterbruch

Nach dem Stromunterbruch

  • Kotrollieren Sie Licht- und Geräteschalter, insbesondere bei Herd, Backofen und Bügeleisen und schalten Sie die Geräte wenn nötig ab.
  • Kontrollieren Sie, ob Heizung, Kühlgeräte, Alarmanlage oder Solaranlagen funktionieren. 
  • Allenfalls müssen elektrische Uhren etwa am Backofen wieder richtig eingestellt werden.

Gut zu wissen: Elektrische Geräte sollten einen Stromunterbruch problemlos überstehen. Jedoch haftet der Energieversorger nicht, falls ein Gerät wegen der Störung defekt ist.

Wenn der Stromausfall länger dauert

Kommt es zu einem Blackout, also einem grossflächigen Stromausfall, kann es sein, dass dieser länger als ein oder zwei Tage dauert. Dann sollten Sie mit Nachbar*innen und älteren Personen Kontakt halten, falls jemand Hilfe benötigt.

Illustration eines Hauses, wobei aus den Fenstern von zwei Wohnungen Sprechblasen herauskommen.

Falls Sie Unterstützung brauchen, können Sie einen Notfalltreffpunkt in Ihrer Nähe aufsuchen.

Für die Kantone Aargau, Bern, Luzern, Nidwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Thurgau, Uri und Zürich sowie die Stadt Zug gibt es die Seite Notfalltreffpunkt.ch. Dort finden Sie alle Notfalltreffpunkte in Ihrer Nähe. Ab wann diese in Betrieb sind, hängt von der Gefährdung ab und kann regional verschieden sein.

Ein Notvorrat hilft, die Zeit zu überbrücken. 

So halten Sie den Notvorrat

  • Der Notvorrat an Lebensmitteln sollte den persönlichen Bedürfnissen und Gewohnheiten angepasst sein. 
  • Er wird regelmässig konsumiert und wieder ersetzt, sodass nichts verdirbt. 
  • Auch Lebensmittel, die ohne zu kochen gegessen werden können, gehören in den Notvorrat. 
  • Lebensmittel und Medikamente sollen kühl, trocken und lichtgeschützt aufbewahrt werden. Behalten Sie die Ablaufdaten im Auge.

Was gehört in den Notvorrat

Der Notvorrat ist immer auf eine Woche ausgelegt. Da er für alle Krisenfälle gedacht ist, enthält er auch Lebensmittel, die zwar bei einem Stromunterbruch nichts nützen, aber in anderen Situationen sehr praktisch sind. Ein Vorrat mit haltbaren Lebensmitteln, aber auch frischen Produkten ist ausserdem sehr nützlich, falls man mit Grippe im Bett liegt oder aus anderen Gründen nicht zum Einkaufen kommt. 

Getränke:

  • 9 Liter Wasser pro Person
  • Weitere Getränke nach Bedarf
  • UHT-Milch, Kondensmilch

Lebensmittel:

  • Reis, Teigwaren, Hülsenfrüchte
  • Öl oder Fett
  • Gemüse- und Fruchtkonserven
  • Fertiggerichte wie Rösti, Ravioli, Fertigsuppen
  • Mehl und Trockenhefe
  • Dauerwürste, Trockenfleisch
  • Hartkäse, Schmelzkäse
  • Bouillon, Salz, Gewürze
  • Kaffee, Kakao, Tee
  • Müsli, Dörrfrüchte, Nüsse
  • Zwieback, Knäckebrot
  • Schokolade
  • Zucker, Konfitüre, Honig
  • Spezialnahrung bei Lebensmittelunverträglichkeiten 
  • Futter für Haustiere

Hygiene/Hausapotheke

  • Seife, WC-Papier
  • Desinfektionsmittel
  • 50 Hygienemasken pro Person
  • Persönliche Medikamente
  • Regelmässig benötigte Hygieneartikel
  • Notfallapotheke (Verbandsmaterial, Fieberthermometer, Schmerzmittel)

Verbrauchsgüter

  • Batteriebetriebenes Radio 
  • Taschenlampe
  • Kerzen mit Streichhölzern oder Feuerzeugen
  • Ersatzbatterien
  • Gaskocher
  • Etwas Bargeld für den Fall, dass elektronische Zahlungsmöglichkeiten und Bankomaten ausfallen

Weitere Informationen zu Vorbereitungsmassnahmen und Verhaltensweisen sowie eine Broschüre zum Notvorrat finden Sie auf der Website des Bundesamts für wirtschaftliche Landesversorgung (BFL) und auf der Seite Strom-Ratgeber.

Weitere Tipps und Inhalte zu mehr Energieeffizienz.

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Kommentare

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Bisherige Kommentare (4)
Walter Sieber sagt:

Unter den vielfaeltig geschilderten
Ausfaellen und vorgeschlagenen
Massnahmen vermisse ich den
Ausfall von Kuehlschraenken und
Kuehltruhen, was evtl zu groesseren
Verlusten und Schaeden duerfte.

powernewz-Team sagt:

Gerne verlinken wir diese Tipps und Tricks auch noch, vielen Dank für den Hinweis. https://www.ewz.ch/content/dam/ewz/meinewz/Services/geplanteunterbrueche/Tipps_und_Tricks_DE.pdf Beste Grüsse aus der Redaktion

Priuli sagt:

Sehr lehrreich. Aber was heisst Stomausfall beim Auftakt ?

Agostino Priuli

powernewz-Team sagt:

Guten Tag Herr Priuli, Ihre Rückmeldung freut uns sehr. Was meinen Sie genau mit Ihrer Frage beim Auftakt? Beste Grüsse aus der Redaktion