Magazin Rubriken 2000-Watt-Gesellschaft

Gedanken zum Jahreswechsel:
Wir sollten mehr tanzen.

Geschrieben von: Christof Drexel  |  Kolumne  |  13.01.2021

Den Silvester verbrachten wir – meine Frau und ich – alleine. Zum ersten Mal seit vielen Jahren; das Feiern mit Freunden war in Österreich ja nicht erlaubt.

Wir kochten gemeinsam und genossen das festliche Menü. Die verbleibende Zeit bis Mitternacht verbrachten wir tanzend: Hair (das Musical) lieferte die Musik dazu. Es war ein wunderschöner Abend.

Ich weiss, welches Leid die Pandemie und ihre Lockdowns in unser Leben bringen, und ich sehne mich nach Normalität. Aber ist es wirklich das «alte» Leben, wohin wir zurückmöchten? Diese Zeit kann uns viel lehren, unter anderem zu differenzieren, welche Teile der alten Normalität wichtig sind und worauf wir (gerne) verzichten können. Herauszufinden, was wir davon wirklich wiederhaben wollen. Dazu fällt mir ein: Beziehungen – nicht viele, sondern intensive; weniger virtuelle, mehr persönliche. Mobilität – mehr aktive, weniger passive. Aktivitäten – mehr körperliche, weniger geistige. Genüsse – sinnliche. Dazu gehört auch gute Musik; manchmal laut. Gemeinsam tanzen, der Stimmung Ausdruck verleihen.

Kennen Sie Hair? Es wurde schon Ende der 60er geschrieben und als Musical uraufgeführt, Ende der 70er von Milos Forman verfilmt. Dazwischen, 1972, veröffentlichte der Club of Rome Die Grenzen des Wachstums. Mir fiel nie auf, dass die beiden Werke etwas miteinander zu tun haben: Die Protagonistinnen und Protagonisten in Hair sind Hippies – Jugendliche, die sich gegen das Establishment stellten. Konkret ging es um Moralvorstellungen (mit etwas Distanz könnte man sagen, sie traten für ein lustvolles Leben ein), aber auch (Kriegs-)Politik, Konsumwahn und Umweltzerstörung. Die Grenzen des Wachstums behandelte dasselbe Thema aus wissenschaftlicher Sicht.

Heute zwingt uns die globale Erwärmung mit grosser Dringlichkeit, diese Grenzen zu beachten. Mir scheint, es würde helfen, mehr zu tanzen.

Newsletter abonnieren

Artikel teilen

weitere Artikel

Illustration eines geöffneten Buchs, zwischen dessen Seiten Menschen eintreten oder herausschauen.
Energieautark wohnen: Geht das (wirtschaftlich)?
Kolumne
Nahaufnahme einer der 150 Drohnen mit der Stadt Zürich im Hintergrund
3, 2, 1, Start
Reportagen
Frau Schindler steht in einem Gang. Sie spricht über nachhaltiges Sanieren in der Stadt Zürich
Ökologisch und sozial sinnvoll sanieren
2000-Watt-Gesellschaft
Aussenansicht der gesamten Anlage
CO2 aus der Luft filtern: Der Kohlendioxid-Staubsauger von Climeworks
Klimawandel Schweiz
Die Moorlandschaft im Riediker-Rälliker-Ried am Greifensee.
Moore und Moorlandschaften – alles Wissenswerte im Überblick
Renaturierung
Gebäude von Greencity
Leben mit 2000 Watt: mit Herz und Seele für Greencity
2000-Watt-Gesellschaft
Urbane Hitze: Faktencheck Solarpanels
Kolumne
Biogasnutzung: Speis und Tank im Wettbewerb
Kolumne
Kommentare

1500 Zeichen übrig

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht publiziert.