Richtiges Heizen:
Mit 12 Tipps Energie und Geld sparen

Rund zwei Drittel des Energieverbrauchs im Haushalt entfallen in der Schweiz auf das Heizen. Dabei können wir durch richtiges Heizen nicht nur der Umwelt helfen, sondern auch das Portemonnaie schonen! Diese 12 einfachen Tipps helfen dabei.
Tipps von powernewz, 26.11.2021

Fast 6 Monate im Jahr heizen wir unsere Häuser und Wohnungen – dies benötigt zeitweise mehr, mal weniger Energie. Denn heizen muss man in der Schweiz durchschnittlich etwa ab Mitte Oktober bis Mitte April. Wohnen Sie in einem Altbau, dann macht es Sinn, ab einer Aussentemperatur von rund 13 Grad mit dem Heizen zu beginnen, in einem modernen Gebäude mit guter Dämmung reicht es ab etwa 10 Grad.

Wichtig ist aber vor allem, dass Sie richtig heizen. Nur so lassen sich CO2-Emissionen wirklich effektiv reduzieren, und nur so rücken wir im Bereich des Wohnens ein Stück näher an die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft.

Aber keine Sorge: Nachhaltiges Heizen ist ganz einfach! Mit der optimalen Temperatur, der passenden Wärmedämmung und der richtigen Art zu Lüften lassen sich im Handumdrehen Energie und Heizkosten sparen.

Mit diesen 12 Tricks heizen Sie optimal und sparsam.

1. Warm anziehen statt mehr heizen

Eine junge, braunhaarige Frau trägt einen kuscheligen Pullover und lächelt in die Kamera.

Oft machen wir den Fehler, die Heizung auch im Winter auf sommerliche 25 Grad einzustellen. Doch was angenehm sein mag, geht auf Kosten der Umwelt – und des Geldbeutels. Denn: Mit jedem Grad Raumtemperatur erhöhen sich die Heizkosten um etwa 6 Prozent!

Und eigentlich sollte es doch ganz normal sein, im Winter auch in der Wohnung einen Pulli und warme Socken zu tragen.

2. Richtige Temperatur wählen

Nicht in jedem beheizten Raum macht die gleiche Temperatur Sinn. Ideal für Wohnzimmer oder auch das Bad sind Temperaturen zwischen 20 und 22 Grad.

In der Küche reichen etwa 19 Grad und im Schlafzimmer sind 17 Grad optimal.

Tipp: Schliessen Sie tagsüber die Tür zum kühleren Schlafzimmer, damit die anderen Zimmer wärmer bleiben.

3. Thermostat korrekt einstellen

Der Regler an einem Radiator ist auf Stufe drei eingestellt.

Um die gewünschte Temperatur überhaupt einstellen zu können, ist es wichtig, den Thermostat richtig zu lesen:

  • Stufe 1: 12 Grad
  • Stufe 2: 16 Grad
  • Stufe 3: 20 Grad
  • Stufe 4: 24 Grad
  • Stufe 5: 28 Grad

Natürlich können die Temperaturen je nach Gebäude leicht abweichen. Messen Sie am besten mit einem Thermometer, wie gross die Differenzen sind. Im Wohnzimmer sollte im Normalfall die Stufe 3 genügen.

Übrigens: Das Sternchen bedeutet ca. 5 Grad (= Frostschutz). Diese Einstellung sollten Sie nur vornehmen, wenn Sie lange verreisen und in einem Haus ohne direkt angrenzende Nachbarn wohnen.

4. Temperatur senken: nachts und tagsüber 

Nachts – und wenn Sie nicht daheim sind, auch tagsüber – können Sie die Temperatur ruhig um einige Grad reduzieren. 

Auch wenn Sie verreisen, machen niedrigere Temperaturen Sinn. Stellen Sie die Heizung in diesem Fall auf Stufe 2 oder bei längerer Abwesenheit sogar auf Stufe 1.

Kälter sollten Sie die Wohnung nicht werden lassen, denn: Erstens braucht es anschliessend wieder viel Energie, um sie aufzuheizen. Zweitens haben bei einer kalten Wohnung Ihre Nachbarn mehr Aufwand, um die angrenzende Wohnung warm zu halten. Drittens droht in zu kalten Räumen Schimmelgefahr.

Tipp: Mit einem programmierbaren Thermostat können Sie für jeden Raum und jede Tageszeit die individuelle Temperatur einstellen. Dafür braucht es nur einen entsprechenden Thermostatkopf, der den vorhandenen ersetzt.

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5. Wärme rechtzeitig reduzieren

Bis der Heizkörper die gewünschte Temperatur erreicht hat, dauert es eine gewisse Zeit. Um Heizkosten zu sparen, lohnt es sich also, die Heizung eine halbe Stunde vor dem Weg- oder Zubettgehen runterzudrehen.

6. In der Nacht Wärme speichern

Ein Wohnblock bei Nacht mit sechs erhellten Fenstern.

Vor allem ältere Gebäude verlieren viel Wärme über die Fenster. In der Nacht können Sie dieser Schwachstelle entgegenwirken, indem Sie Fensterläden und Rollläden zumachen. So bleibt möglichst viel von der Heizwärme in den Räumen gespeichert. Geschlossene Rollläden und Vorhänge machen auch tagsüber Sinn, sofern der Raum nicht genutzt wird und keine Pflanzen darin stehen. 

Tipp: Sollten Sie nur bei offenem Fenster schlafen können, drehen Sie den Thermostat auf Sternchen * und schliessen Sie die Zimmertür. 

7. Richtig lüften nützt dem richtigen Heizen

Ein weisser, transparenter Vorhang deckt ein geöffnetes Fenster halb ab und bewegt sich in der Zugluft.

Wer Energie und Heizkosten sparen will, sollte auf richtiges Lüften setzen. Für ein gutes Raumklima ist Stosslüften optimal – hier haben wir weitere Tipps zusammengefasst.

Gekippte Fenster hingegen tragen nichts zum Luftaustausch bei. Sie sorgen nur für kalte Wände und bewirken, dass der Heizkörper zwar auf Hochtouren läuft, aber nicht effizient heizen kann.

Einfach drei- bis viermal pro Tag für fünf bis zehn Minuten die Fenster öffnen. Möglichst viel frische Luft in kürzester Zeit erreichen Sie durch das Querlüften, bei dem die gegenüberliegenden Fenster geöffnet werden und die Zimmertüren offenstehen. 

Übrigens: Auch gegen Feuchtigkeit und Schimmel hilft Stosslüften.

8. Heizung nicht verdecken

Damit die einzelnen Räume schön warm werden, ist es wichtig, dass der Heizkörper nicht von Möbeln oder Vorhängen verdeckt wird. Nur so kann sich die Wärme optimal verteilen.

9. Fenster und Türen abdichten

Gerade Altbauten weisen bei Türen und Fenstern oft poröse Dichtungen auf, über die viel Wärme entweichen kann.

Mit Schaumstoff- oder Gummidichtungsband können Sie die undichten Fenster- und Türrahmen relativ günstig wieder auf Vordermann bringen und so ganz schnell Heizkosten sparen.

10. Heizperiode möglichst kurz halten

Eine Frau mittleren Alters steht in einer Wohnküche und verändert die Zimmertemperatur an einem an der Wand befestigten Thermostat.

Vielleicht können Sie Ihre Heizung selbst einschalten, wenn es tatsächlich kalt wird, und nicht bereits bei ersten kühlen Nächten im Herbst (für Interessierte: Statistik zum Heizen in der Stadt Zürich). Dasselbe kann helfen, wenn man im Frühling darauf achtet, die Heizung wieder abzuschalten.

Hauseigentümer/-innen können zudem die Heizkurve optimieren (Kontakt zur ewz-Beratung).

11. Heizung regelmässig entlüften

Indem Sie ein- bis zweimal pro Jahr Ihre Heizkörper entlüften, können Sie ebenfalls den Energieverbrauch senken und Heizkosten sparen. 

Sobald Sie merken, dass Ihre Heizung nicht oder nur teilweise warm wird, sollten Sie die Luft, die sich im Heizkörper angesammelt hat, entweichen lassen.

Übrigens: Ein gut wahrnehmbares Gluckern kann ein Zeichen für Luft in der Heizung sein.

12. Richtiges Heizsystem wählen

Eine Wärmepumpe steht vor einer Hauswand und wird halb von Pflanzen verdeckt.

Wenn Sie in einem Haus mit einer alten Heizung wohnen, ist es ratsam, zeitnah von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien umzusteigen, beispielsweise auf eine Wärmepumpe. So lassen sich nicht nur Ihre CO2-Emissionen senken, sondern langfristig auch Kosten sparen, und Sie tun gleichzeitig etwas für die Umwelt.

Durch eine neue Heizung, moderne Fenster oder eine gute Wärmedämmung lassen sich Ihre Heizkosten natürlich am effektivsten reduzieren.

Machen Sie den Heizkosten-Test von Energie Schweiz und erfahren Sie, ob in Ihrem Haushalt der Energieverbrauch beim Heizen zu hoch ist und wo Sie sparen können.

Neben der Sammlung von Tipps auf powernewz finden Sie auch auf unserer ewz-Webseite Ideen zum Energie- und Geldsparen. Auch individuelle Energieberatungen sind möglich – auch virtuell via Smartphone.

Sie haben eigene Vorschläge? Das Kommentarfeld am Ende dieser Seite bietet dafür genügend Platz. 

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Kommentare

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Bisherige Kommentare (3)
Jost Roland sagt:

Das ist alles sehr interessant, doch was kann ich machen, wenn in meiner Mietwohnung eine Bodenheizung installiert ist, die sehr träge reagiert?
Ich wäre Ihnen dankbar für ein paar gute Tipps.
Herzliche Grüsse

powernewz-Team sagt:

Guten Tag Herr Jost, wir klären Ihre Frage gerne mit unseren ewz-Kollegen ab.

powernewz-Team sagt:

Viele der Tipps gelten auch mit Bodenheizung. Wie Sie aber richtig geschrieben haben, reagiert die Bodenheizung bei der Temperaturregulierung träge. Für längere Abwesenheiten, zum Beispiel über das Wochenende oder während der Ferien, können Sie aber auch mit der Bodenheizung die Temperatur reduzieren. Wenn Sie dann am Sonntagabend zurückkommen, stellen Sie die Temperatur wieder höher ein, so dass Sie am nächsten Morgen wieder ihre Wohlfühltemperatur haben. Beste Grüsse, ewz-Energieberatungsteam