Man fährt jetzt elektrisch:
über unsere Anschaffung eines Elektroautos

Kolumne von christof drexel, 29.06.2021

Das Ende des Verbrennungsmotors ist eingeläutet. Der Anteil an reinen Elektrofahrzeugen bei den Neuzulassungen lag im Mai 2021 bereits bei 10% [Quelle: Bundesamt für Statistik], die aktuelle Autoumweltliste des VCS enthält erstmals ein Elektroauto mit einem Listenpreis von weniger als CHF 20’000.- einen Dacia Spring Electric [Quelle: Autoumweltliste].

Wobei die Kostenseite bei der Anschaffung eines Elektroautos ja schon länger überzeugen kann: Berücksichtigt man die Gesamtkosten – neben der Anschaffung also auch Betriebs-, Werkstatt- und sonstige Fixkosten – war der e-Golf schon in der ADAC-Kostenübersicht der Saison 2019/2020 der billigste Golf von allen.

Wenn es so weitergeht, wird man Lärm und Abgase von Benzin- und Dieselmotoren in zehn Jahren fast nur noch aus Erzählungen kennen.

Unsere Anforderungen an ein Elektroauto

Unseren Hybrid, den wir die letzten zehn Jahre in unserer 4-köpfigen Familie nutzten, haben wir jetzt auch gegen einen rein Elektrischen ausgetauscht. Es hat eine Zeit gedauert, aber mit diesem Modell wird unser Bedarfsprofil nun vollständig abgedeckt: Wir fahren im Alltag wenig, möchten aber die Reise in die Skiferien zu viert unternehmen können. Das bedingt einen entsprechenden Kofferraum und auch die Möglichkeit, einen Dachträger zu montieren.

Ausserdem soll eine Tagesdistanz von 700 Kilometern zurückgelegt werden können, um eine Urlaubsfahrt zu bewältigen, die öffentlich (noch) zu unkomfortabel ist. Mit einer Batteriekapazität von 62 kWh kommt unser Mittelklassewagen 400 bis 500 Kilometer weit – ja, wir fahren derzeit, im Sommer, mit etwa 12 kWh/100 km (!) Wenn es aber richtig heiss ist, treibt die Klimaanlage den Verbrauch etwas nach oben; 300 bis 400 gehen sich jedenfalls aus.

Das DC-Laden ist mit 80 bis 100 kW möglich, wir legen also nach drei Stunden die ohnehin fällige Pause ein, um in einer guten halben Stunde wieder auf 80% Kapazität zu gelangen. Das genügt dann für die zweite Hälfte der Fahrt. Und Schnellladestationen finden sich in ausreichender Menge, man muss die Reise eben ein bisschen planen. [Zum Beispiel mit Ladestationen von ewz in der Stadt Zürich – siehe Karte, inkl. Link zu Emob-Ladestationen in der Schweiz und in Europa]

Die Kosten unserer E-Mobilität

Zum Anforderungsprofil unserer Anschaffung eines Elektroautos gehörte auch, dass der Wagen gesamthaft nicht teurer kommt – aber das ist wie gesagt eigentlich keine Herausforderung mehr. Versicherung, Werkstatt- und Energiekosten werden in unserem Fall insgesamt um rund CHF 1’000 niedriger sein als vorher. Diese Summe steht für die Finanzierung bzw. für den zusätzlichen Wertverlust des etwas teureren Elektroautos zur Verfügung.

Unser Verbrauch unter der Lupe

Der Verbrauch unseres Hybrids lag mit unter 5 Litern Benzin auf 100 Kilometer sehr niedrig, bei einer Fahrleistung von 8’000 Kilometern ergab das eine CO2-Emission von 1,1 Tonnen pro Jahr [Download Berechnungstool].

Weil die Ladung nun hauptsächlich über die eigene PV-Anlage erfolgt (wir können uns die Zeiten ja meist aussuchen) und auch der Vorarlberger Netzstrom ziemlich emissionsarm ist, emittieren wir jetzt nur noch 360 Kilogramm, und darin ist der umgelegte Aufwand für die Batterieproduktion bereits enthalten.

Aufgeteilt auf vier Personen: Damit kann ich leben.

Porträt von Christof Drexel
Buchautor und Referent Christof Drexel ist Experte für Fragen rund um die Energiezukunft und deren nachhaltige Erreichung

Mehr über die Rohstoff-Thematik von Elektroautos erfahren Sie übrigens bereits in dieser Kolumne sowie in einem eigenen Artikel über die Batterie von Elektromobilen.

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