Nachhaltig einkaufen leicht gemacht: 10 clevere Tipps

Nachhaltig einkaufen muss nicht kompliziert sein. Mit diesen 10 einfachen Tipps schonen Sie nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie.
Tipps von powernewz, 04.12.2020

Secondhand kaufen, lokale Wochenmärkte besuchen und immer die eigene Stofftasche dabei haben – schon mit einfachen Angewohnheiten und Tipps bringen Sie mehr Nachhaltigkeit in den Einkaufskorb.

Wer nachhaltig einkauft und auf Bio und Fairtrade achtet, setzt ausserdem ein Zeichen. Denn als Konsument hat man einen grossen Einfluss darauf, was in den Regalen steht. Was, wo und wie man einkauft, bestimmt letztendlich über den eigenen ökologischen Fussabdruck. Denn wer bei Kleidung, Essen, Möbel oder selbst Accessoires auf ökologische Herstellung und nachhaltige Labels achtet, ist der 2000-Watt-Gesellschaft ein schönes Stück näher. Denn Ernährung und Konsum sind neben Mobilität und Wohnen zwei der vier Grundpfeiler für die 2000-Watt-Gesellschaft. Und die brauchen wir, um den CO2-Ausstoss zu senken und dem Klima zu helfen. 

1. Aufs Velo setzen

Eine Frau auf einem Fahrrad. Der Korb vorne am Lenker ist mit Gemüse gefüllt.

Nachhaltig einkaufen beginnt bereits beim Weg in den Supermarkt. Wer nicht gerade den Wocheneinkauf für einen Sechs-Personen-Haushalt macht, sollte das Auto stehen lassen: Zu Fuss oder mit dem Velo sparen Sie CO2-Emissionen und tun gleich noch was für Ihre Gesundheit – und das gute Gewissen.

Der Supermarkt ist um die Ecke, zum Bioladen müssten Sie das Auto nehmen? In diesem Fall ist es oft umweltschonender, zu Fuss zum Geschäft nebenan zu gehen, als mit dem Auto zum Bioladen zu fahren.

2. Saisonal und regional einkaufen

Auf einer Marmorfläche liegt verschiedenes saisonales Gemüse. Eine Frauenhand greift nach einer Schalte Tomaten.

Als Kunde ist man eine grosse Auswahl an Obst und Gemüse im Laden gewohnt – und zwar das ganze Jahr über. Anstatt sich von tropischen Früchten verführen zu lassen oder auch im Winter Tomaten und Peperoni zu kaufen, sollten Sie möglichst nach saisonalen Produkten aus der Schweiz greifen. So haben die Lebensmittel kurze Transportwege und müssen nicht lange und energieaufwendig gelagert werden.

Tipp: Ein Saisonkalender hilft dabei, bewusst einzukaufen. Darauf sehen Sie, welche Früchte und Gemüsesorten in welchem Monat Saison haben.

3. Lokale Läden unterstützen

Hand aufs Herz: Wie oft ist die grosse Auswahl im Supermarkt wirklich notwendig? Gehen Sie auch mal zum kleinen Quartierladen um die Ecke, zum Hofladen oder kaufen Sie auf dem Wochenmarkt ein. Dort gibt es regionale Produkte und besonders frische Lebensmittel – oft sogar in Bio-Qualität.

Gerade bei tierischen Produkten wie Milch, Eiern und Fleisch ist es wichtig, auf Bio zu setzen – der Qualität, dem Tierwohl und nicht zuletzt der Umwelt zuliebe.

Ganz nebenbei ist es auf dem Markt und im Hofladen besonders einfach, Bio-Lebensmittel unverpackt einzukaufen und Plastikabfall zu sparen.

4. Zero Waste einkaufen mit den eigenen Behältern

Äpfel, Birnen, Kartoffeln und Zwiebeln in Stoffsäckchen sowie eine Stoffeinkaufstasche.

Apropos unverpackt: Man kann viel Müll vermeiden, wenn man das eigene Stoffsäckli immer dabei hat. Obst und Gemüse bekommen Sie mittlerweile auch in vielen Supermärkten ohne Verpackung, und auch Brot und Gipfeli kann man im eigenen Beutel kaufen. 

Nudeln, Reis, Müesli, aber auch Wasch- und Putzmittel gibt’s im Unverpackt-Laden übrigens ganz ohne Verpackungen, meistens sogar in Bio-Qualität.

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5. Kleine Einkäufe tätigen

Wer umweltfreundlich einkaufen möchte, sollte anstelle eines grossen Wocheneinkaufs lieber mehrmals in der Woche kleine Einkäufe machen. Gerade wenn viele frische Lebensmittel im Einkaufskorb landen, lässt sich durch kleinere Einkäufe Food Waste vermeiden. Denn so kaufen Sie nur das, was Sie in den nächsten Tagen auch verbrauchen. 

Tipp: Eine Einkaufsliste hilft dabei, nur das zu kaufen, was man wirklich braucht. Schauen Sie vor dem Gang in den Laden auch in den Kühlschrank und den Vorratsschrank, um einen Überblick über die Lebensmittel zu bekommen, die Sie schon zu Hause haben.

6. Verschiedene Labels checken

Eine Frau schaut auf ihr Handy, um Informationen zu den Produkten im Laden zu erhalten.

Wer nachhaltig einkaufen will, findet sich nicht selten im sogenannten Label-Dschungel wieder. Es ist nicht so einfach, sich einen Überblick über vertrauenswürdige Fairtrade- oder Bio-Siegel zu verschaffen. Hierbei hilft ein Ratgeber: Auf Labelinfo.ch können Sie sich über verschiedene Labels für Mode, Lebensmittel, aber auch elektronische Geräte & Co. informieren.

7. Tauschen und leihen statt kaufen

Der nachhaltigste Einkauf ist der, den man nicht macht. Anstatt alles immer neu zu kaufen, können Sie sich viele Dinge auch ausleihen. Gerade Haushaltsgeräte, die Sie nur einmal brauchen, können Sie bei Freunden oder Nachbarn leihen – das spart neben Ressourcen auch viel Geld.

In der Schweiz gibt es ausserdem einige Tauschbörsen, bei denen Sie Gebrauchsgegenstände für einen kleinen Preis ausleihen und selbst Dinge zum Verleih anbieten können.

8. Secondhand einkaufen

Frauenhände halten ein Handy und fotografieren ein Jeanshemd, das schön drapiert auf dem Boden liegt.

Kleider, Möbel und Multimediageräte gebraucht zu kaufen, ist besonders nachhaltig. So sparen Sie neben Ressourcen ausserdem viel Geld. Denn faire Kleidung und nachhaltig produzierte Möbel sind oft deutlich teurer als konventionelle Produkte. Bevor Sie ein neues T-Shirt kaufen, lohnt sich der Blick in einen Secondhand-Online-Shop oder in ein Secondhand-Geschäft in der Nähe.

Vor allem Multimediageräte wie Smartphones und Laptops verbrauchen viele knappe Ressourcen, wenn man sie neu kauft. Wenn Sie die Geräte stattdessen gebraucht kaufen, profitieren Sie von einem niedrigeren Preis und schonen gleichzeitig die Umwelt.

Tipp: Bei Elektrogeräten ist es nachhaltiger, auf neue Geräte mit der besten Energieeffizienzklasse zu setzen. Denn die neuen Modelle der Kühlschränke und Waschmaschinen verbrauchen massiv weniger Energie und sind dadurch ökologischer.  

9. Auf faire Mode setzen

Wenn’s doch mal ein neues T-Shirt oder Kleid sein soll, sollte man bei Fashion und Accessoires unbedingt auf umweltbewusste und faire Produktion sowie auf nachhaltige Materialien wie Bio-Baumwolle oder andere Naturfasern achten. Denn die niedrigen Preise von Fast Fashion sind nur auf Kosten von Mensch und Umwelt möglich.

Tipp fürs Shoppen: Wie nachhaltig und fair ein Mode-Label ist, zeigt die App Good On You. Hier finden Verbraucher über 2’000 Kleidermarken, deren Bewertung danach erfolgt, wie nachhaltig und arbeiterfreundlich die Kleidungsstücke hergestellt werden.

10. Immer checken, was drinsteckt

Eine Frau steht vor einem Regal in einem grösseren Einkaufsladen und studiert die Inhaltsangaben auf einem Produktetikett.

Umweltbewusst einkaufen bedeutet, sich gut über die Produkte zu informieren. Nicht nur bei Lebensmitteln, sondern auch bei Kosmetik gilt: Ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich. Konventionelle Kosmetik enthält oftmals umweltschädliche Inhaltsstoffe wie Erdöl (Paraffinum Liquidum) oder Mikroplastik. Letzteres erkennen Sie auf der Liste der Zutaten etwa an den Bezeichnungen PEG, PET, AC und ACS.

Tipp: Mit der App CodeCheck können Sie beim Einkaufen noch einfacher erkennen, wie umweltfreundlich oder gesund ein Produkt ist. Dafür müssen Sie nur den Barcode scannen, um herauszufinden, ob umweltschädliche Inhaltsstoffe oder ungesunde Zutaten enthalten sind.

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Kommentare

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Bisherige Kommentare (2)
Paul Dodd sagt:

Mit der heutige Situation ist weniger Gross-Einkäufe besser als mehreher kleine. Käufe verschieben oder online bestellen wo möglich.

powernewz-Team sagt:

Damit hast du durchaus auch recht, Paul. Vielen Dank für den Hinweis. Vielleicht lässt sich mit einigen Dingen mehr einzukaufen auch gleich noch ein Gefallen für (vielleicht ältere) Nachbarn/Nachbarinnen mit erledigen. Beste Grüsse, ewz