Richtig lüften und heizen – auch im Winter

Wie Sie richtig lüften und heizen, ist gerade im Winter wichtig. So vermeiden Sie, dass sich zu viel Luftfeuchtigkeit in den Räumen sammelt, und sparen gleichzeitig Heizkosten. Richtiges Lüften verhindert zudem, dass sich Schimmel bildet. Eine einfache Anleitung und nützliche Tipps.
tipps von POWERNEWZ, 28.02.2020

Ob beim Duschen, Wäschetrocknen, beim Kochen, ja sogar beim Pflanzengiessen oder einfach, weil wir schwitzen: In der Wohnung entsteht ständig Luftfeuchtigkeit. Kann diese Feuchtigkeit nicht entweichen, indem man regelmässig lüftet, sammelt sich Feuchtigkeit an den Wänden oder auf den Fugen im Bad und es bildet sich schnell Schimmel.

Richtiges Lüften sorgt nicht nur für die ideale Luftfeuchte, sondern ganz generell für ein optimales Raumklima. Deshalb sollten Sie in allen Räumen der Wohnung eine hohe Luftfeuchte vermeiden und regelmässig lüften.

So beugen Sie nicht nur Schimmel vor, sondern es können auch Schadstoffe entweichen, die beim Atmen und Schwitzen entstehen. Gleiches gilt für chemische Stoffe, die von Möbeln, Textilien oder von der Bausubstanz stammen.

Optimal lüften in der kalten Jahreszeit

Zwei- bis viermal täglich durchlüften lautet die Faustregel. So erreichen Sie in den Räumen und der Wohnung insgesamt die optimale Luftfeuchtigkeit. Das sorgt auch für ein angenehmes Raumklima und die Raumluft wird als frisch und gesund empfunden. Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) sollte die ideale Raumtemperatur während der Heizperiode im Winter 20 Grad in den Wohnräumen und 18 Grad in Schlafzimmern betragen. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte nicht höher als bei 50 Prozent liegen.

Während viele von uns im Sommer während der Nacht ohnehin die Fenster gerne gekippt oder ganz offen lassen und dadurch der Luftaustausch problemlos stattfindet, kommt das Lüften im Winter eher mal zu kurz. Noch schlimmer: Man will nicht frieren und versucht, längere Zeit mit gekipptem Fenster ein bisschen frische Luft ins Haus zu lassen, ohne dabei die Wärme vom Heizen zu verlieren. Doch das ist kontraproduktiv: Es fördert auf Dauer die Bildung von Schimmel, und schlechte Gerüche wird man damit auch nicht los. Kommt hinzu, dass die Zimmer langsam auskühlen und unnötig Energie verloren geht. Das kommt daher, dass rund um gekippte Fenster die Oberflächen stark abkühlen. Sogar der Boden wird merklich kälter, was die Heizkosten ziemlich in die Höhe treiben kann.

Die relative Luftfeuchtigkeit lässt sich mit einem Hygrometer ganz einfach kontrollieren. Ein Anzeichen für zu hohe Luftfeuchtigkeit ist zudem, wenn sich an den Fensterscheiben Kondenswasser bildet.

So geht Lüften richtig

Richtiges Lüften ist eigentlich ganz unkompliziert. Für 5 bis 8 Minuten stosslüften mit ganz geöffnetem Fenster, sorgt dafür, dass die Luft in einem Raum komplett ausgetauscht wird, die Feuchtigkeit entweichen kann und ein gesundes Raumklima entsteht. Noch besser ist es, die Wohnung querzulüften. Die Fenster werden in gegenüberliegenden Räumen bei geöffneten Zimmertüren gleichzeitig geöffnet. So entsteht ein Luftzug, der schlechte Gerüche, Schadstoffe und natürlich die Feuchtigkeit gerade zu wegbläst.

Gut zu wissen: Im Winter ist die Aussenluft selbst bei Regen oder Nebel trockener als die Innenluft im Haus. Daher nützt das Lüften auch, wenn es regnet oder neblig ist.

Eine junge Mutter schöpft in der Küche Pasta ab. Dabei schaut ihre auf der Küchenfläche sitzende kleine Tochter zu.

Lüften in Küche und Bad

Die höchste Luftfeuchtigkeit herrscht in der Küche und im Bad. Kein Wunder, hier fliesst und verdampft mit Abstand am meisten Wasser, das sich dann mit Vorliebe an den kältesten Stellen ablagert und den perfekten Nährboden für Schimmel bietet. Deshalb ist hier das Lüften nach dem Kochen und Duschen Pflicht. Und auch hier gilt: Die Fenster nicht nur kippen, sondern ganz öffnen.

Tipp: Wer ein fensterloses Bad hat, kann die feuchten Wände nach dem Duschen mit einem Tuch trocknen.

Ein junger Mann liegt entspannt schlafend im Bett.

Sonderfall Schlafzimmer

Die Schlafzimmer sind in der Regel kühler als der Rest der Wohnung. Das bedeutet, dass sich Feuchtigkeit schneller an den Wänden und Fensterrahmen ablagert. Hier ist wichtig zu wissen, dass gerade Aussenwände kühler sind als Innenwände. Deshalb setzt sich die Feuchtigkeit eher dort ab. Dies gilt natürlich auch für die anderen Räume im Haus. Deshalb ist es gut, wenn Sie zwischen Aussenwänden und grossflächigen Möbeln einen Abstand von einigen Zentimetern lassen, sodass die Luft zirkulieren kann.

Schwarz-weiss gestreifte Gummistiefel stehen vor einem Heizungsradiator. Obendrauf liegen ein Paar Handschuhe und eine Mütze.

Energie sparen beim Lüften

Achten Sie darauf, dass im Winter die Fenstersimse frei bleiben, damit Sie alle Fenster zum Lüften komplett öffnen können. Um Energie und damit Heizkosten zu sparen, sollten Sie die Heizung nicht mit schweren Vorhängen verdecken. Die warme Luft muss in den Wohnräumen zirkulieren können.

Während der Heizperiode sollten Sie die Wohnräume nicht überheizen, da das zu sehr trockener Luft führen kann. Das belastet nicht nur das Portemonnaie unnötig, sondern reizt auch die Schleimhäute in der Nase und führt im Extremfall zu Kopfschmerzen oder Nasenbluten.

Tipp: Vermeiden Sie es, Wäsche in der Wohnung zu trocknen, sondern nützen Sie dazu allfällig vorhandene Trocknungsräume.

Junge Frau schiebt roten Vorhang zur Seite, um ein Zimmer zu lüften.

Korrektes Lüften im Neubau und in sanierten Wohnungen

In neuen Wohnungen und Häusern oder in Gebäuden mit dichter Hülle und dichten Mehrfachverglasungen muss ganz besonders gut gelüftet werden. Der Grund: Hier kann kein automatischer Luftaustausch durch Ritzen und alte Fenster stattfinden, weshalb in Neubauten die Luftfeuchtigkeit oft höher ist als in so manchem Altbau. Auch für die Gesundheit müssen die Räume in neuen oder sanierten Wohnungen besonders gut gelüftet werden, da die Baumaterialien chemische Substanzen freisetzen. Gerade in den ersten Wochen sollten Sie die Wohnräume öfter durchlüften – auch im Winter.

Neben der Sammlung von Tipps auf powernewz finden Sie auch auf unserer ewz-Webseite Ideen zum Energie- und Geldsparen.

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