Big Picture Klima

Kolumne von christof drexel, 15.10.2019
Portrait Christof Drexel

Mit seinem umfangreichen Wissen und offenem Blick für Mitteleuropa sowie die Schweiz schreibt Christof Drexel für powernewz alle zwei Wochen einen Meinungsartikel.

Der Klimawandel wird nicht durch ein paar Einzelmassnahmen gestoppt werden, das wissen wir. Zu komplex die Herausforderungen, zu emissionsdurchdrungen unser Alltag. Und doch tut es manchmal gut, den Blick auf das Detail zu werfen: Letzten Endes kann auch der umfassendste Veränderungsprozess in einzelne Elemente zerlegt und als eine Art Mosaik – oder moderner, als Big Picture – verstanden werden. 

Wenn ich nun an dieser Stelle regelmässig zu einem Thema Stellung beziehen darf, versuche ich, stets beides zu betrachten: den einzelnen Stein im Detail, das ganze Bild aber nicht aus den Augen verlierend. Manche Steine werden grösser sein, vielleicht kantiger, andere fügen sich homogener in das Bild ein und sind leichter zu verstehen. 

Ich bemühe dieses Bild des Mosaiks, weil noch viel zu wenig in unseren Köpfen verankert ist, welch ungeheurer Wandel bevorsteht. Die Treibhausgasemissionen müssen in wenigen Jahren so drastisch reduziert werden, dass es mit innovativen Technologien nicht getan ist. Wir brauchen sie, diese Technologien, an allen möglichen Stellen: im Gebäudesektor wie in der Mobilität, in der Industrie wie in der Energieversorgung.

Doch wird das Vorhaben nicht gelingen, wenn wir den Lebensstil ausser Acht lassen. Zu sehr hat uns die Vergangenheit gezeigt, dass technologischer Fortschritt zunächst immer zur Wohlstandsvermehrung – und nicht zur Schonung der Ressourcen – eingesetzt wird. Bei allen wichtigen Erfindungen und technologischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte: Die Gesamtemissionen konnten damit (noch) nicht reduziert werden.

Die Strategien der Effizienz und der Erneuerbaren Energien weisen als technisch zu begreifende Ansätze eine vollkommen andere Charakteristik auf als die Strategie des Lebensstils. Schwer in Zahlen zu fassen, scheinbar nicht planbar, nicht vorhersehbar. Und dennoch müssen sie verschränkt, zusammen gedacht werden – in einem Bild. 

So hoffe ich – zusammen mit dem Team von ewz und powernewz –, Ihnen an dieser Stelle immer wieder eine interessante Erkenntnis, einen bisher nicht beachteten Zusammenhang oder einen neuen Blick auf Alltägliches zu ermöglichen. Ich werde dabei auf aktuelle Ereignisse oder auch auf interessante Studien aus der letzten Zeit Bezug nehmen, manchmal ganz spezifisch für die Schweiz, manchmal etwas allgemeiner mit Fokus auf Mitteleuropa.

Wir freuen uns auf Ihre eigenen Meinungen und Erfahrungen – hinterlassen Sie dafür ganz einfach einen Kommentar bei der jeweiligen Kolumne.

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