Zitteraal- (l.) und Gezeitenbecken. Copyright: Zoo Zürich, Jean-Luc Grossmann

Zitteraal- (l.) und Gezeitenbecken.
Copyright: Zoo Zürich, Jean-Luc Grossmann

Wer hat ihn nicht schon im Zoo Zürich bestaunt? Den «elektrischsten» Fisch der Welt, der mit Stromstössen mit über 600 Volt seine Beute betäuben und lähmen kann. Im Rahmen unserer neuen Blogserie «Tiere und Energie» möchten wir unseren zweiten, äusserst interessanten Stromkandidaten, den Zitteraal, etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Der Zitteraal (auch: Electrophorus electricus) ist eigentlich kein Aal, sondern gehört in die Tier-Ordnung der Neuwelt-Messerfische. Seine Körperform erinnert jedoch stark an einen Aal, daher auch der Name. Der energiegeladene Zeitgenosse kommt aus Südamerika und lebt in schlammigen, sauerstoffarmen Flüssen und Seen im Amazonasbecken. Er kann bis zu 2.5 Metern gross werden und bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 8km/h.

Stromproduktion mit Ausdauer

Zitteraale haben bis zu 6.000 Elektrozyten. Das sind abgewandelte, übereinander liegende Muskelzellen. Der Strom fliesst aufgrund der unterschiedlich geladenen Pole: Der Pluspol befindet sich am Kopf, der Minuspol am Körperende. Sendet sein Gehirn das Signal «Spannung aufbauen», werden hintereinander alle elektrischen Zellen aktiviert und geben niedrige Spannungen ab. Von Zelle zu Zelle wächst die Gesamtspannung an und beträgt maximal bis zu 600 Volt. Mit dieser Spannung sowie einer Leistung von 415 Watt und Strom von 0.83 Ampère könnte vergleichsmässig in einem Haushalt einige Sekunden ein Haarfön oder eine Christbaumbeleuchtung betrieben werden.

Ein Stromstoß dauert in der Regel nur wenige Millisekunden. Der Zitteraal ist dafür aber recht ausdauernd: In einer Stunde kann er bis zu 150 Stromstöße verteilen.

Strom erzeugen für den Beutefang

ZitteraalZitteraale benötigen den Strom einerseits, um sich in trüben Gewässern des Amazonas oder Orinocos zurechtzufinden, andererseits für den Beutefang. Der Zitteraal sieht mit Hilfe elektrischer Signale von etwa 10 Volt, welche er in regelmässigen Abständen aussendet und damit ein elektrisches Feld aufbaut.

Der nachtaktive Jäger betäubt und lähmt seine Beute mit Stromschlägen – seine bevorzugte Nahrung sind Fische, kleine Säugetiere, Würmer, Krabben und Insektenlarven. Bei 300 Volt sind Fische bereits betäubt und gelähmt, mit 600 Volt schafft er es auch, ein kleineres Krokodil lahmzulegen. Er nutzt die Spannung jedoch nicht nur für die Beute, sondern auch für die Verteidigung.

Der Zitteraal ist aufgrund seiner Stromstösse einer der Publikumserfolge des Exotarium-Gebäudes im Zoo Zürich und wird aufgrund seiner spannungsgeladenen Beutezüge häufig für wissenschaftliche Studien genutzt.

Heute hat der Zitteraal im Zoo Zürich ein neues Aquarium erhalten. Seine Fütterung ist eine der zusätzlichen Attraktionen, welche Besucherinnen und Besucher mit der Eröffnung des neuen Aquariums erleben dürfen. ewz ist einer der vier Hauptsponsoren des Zoos Zürich.

Erleben Sie den speziellen Stromproduzenten im neuen Aquarium live. Teilen Sie uns mit, wieso Sie den Stromproduzenten der besonderen Art kennen lernen wollen. Wir verlosen unter allen Kommentierenden 5×2 Zoo-Tickets. Viel Glück!

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Quellen: Zoo Zürich / tierchenwelt.de