Drei Fragen zur Energiepolitik.
Bertrand Piccard bezieht Stellung zu Kyoto-Protokoll, Bali Road Map und CO2-Gesetz in der Schweiz.
Mit dem Abenteuer «Solar Impulse» will Piccard das Potenzial alternativer Energiequellen aufzeigen. Seine Überzeugung: «Jeder Wandel braucht eine langfristige Vision.»
Kyoto-Protokoll? Mehr Ehrgeiz ist gefragt.
«Die gute Sache am Kyoto-Protokoll ist, dass es existiert. Es braucht einen weltweiten Vertrag für diese Sache. Aber der Vertrag ist zu wenig ehrgeizig. Man könnte viel mehr erreichen als eine Reduktion um acht Prozent in zehn Jahren. Allein mit mehr Energieeffizienz à la Energiesparlampe oder Hybridmotoren könnten wir 20 Prozent einsparen.»
![]() |
«Es braucht eine langfristige Vision», ist Bertrand Piccard überzeugt. |
Bali Road Map? Es braucht einen Vertrag.
«Auch sie geht nicht weit genug, denn es sind darin nur Absichten definiert und keine Ziele, keine messbaren Resultate. Dabei braucht es einen Vertrag. Auch, wenn einzelne Länder keinen Kompromiss akzeptieren.»
CO2-Gesetz der Schweiz? Anreize schaffen.
«CO2-Abgaben finde ich problematisch. Wer CO2 produziert und dafür bezahlt, produziert immer noch CO2. Es braucht eine langfristige Vision, wie wir sie etwa von den Kühlschränken her kennen: Die Entsorgung ist im Preis des Geräts bereits enthalten. Der Preis des CO2 sollte auf jedes Produkt draufgeschlagen werden. Ein Unternehmen, das sich sehr für die Reduktion des CO2-Ausstosses einsetzt, soll seine Produkte zu einem günstigeren Preis anbieten können, als ein Unternehmen, das sich um das Thema foutiert. Da ist der Gesetzgeber gefordert, die richtigen Anreize zu schaffen. Ohne die wird es nicht gehen.»
Was halten Sie von einer CO2-Gebühr auf allen Produkten?
Einige Grossverteiler deklarieren neuerdings die CO2-Emissionen auf Food- und Nonfood-Produkten. Was meinen Sie, fördert Transparenz ein Umdenken? Oder müssten wir, wie von Piccard vorgeschlagen, eine CO2-Gebühr einführen?
weiter: Solar Impulse - die Fakten
weiter: Was macht ewz für den Klimaschutz?


Kommentar schreiben